Du steigst jetzt erst ein? Du hast eine vorangegangene Folge verpaßt? Kein Problem, hier kannst du sie nachlesen! Du hast keinen Trieb alles nochmal nachzulesen? Hier gibt's eine inhaltliche Zusammenfassung von dem, was bisher geschah. |
![]() |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Errol: Wo hast Du denn die Kaffeefilter?
Marco: Neben dem Reis, Alter, wo sonst? Wie willst du denn dein Ei, lieber hartgekocht, oder doch... hey, was riecht denn hier so? Verdammt, du hast doch nicht etwa den Toast verbrennen lassen?! Errol (unschuldig): Ich? Nein, wieso? Beide blicken zum Toaster, aus dem bereits dicke, schwarze Rauchschwaden ziehen. Hustend kämpft Marco sich durch den Qualm, um den Toaster auszuschalten. Errol (verblüfft): Wie konnte das denn so schnell gehen? Ich habe meinen immer auf voller Kraft stehen... Marco: Ja, aber du hast keinen Deluxe Supertoast 5000 Plus aus dem Teleshop. Das ist ein Profigerät, nicht so 'ne Krücke, wie du sie hast. Der Deluxe Supertoast 5000 Plus hat ein dreistufiges Burn-Power-System mit Autoflip bei echten 5000 Watt Leistung. Ich mußte mir extra'ne neue Sicherung für das Ding einbauen lassen. Errol: 5000 Watt? Macht das bei'nem Toaster überhaupt Sinn? Wie sieht denn jetzt deine Stromrechnung aus? Marco (abwinkend): Ach, ich mach das hier lieber alleine fertig. Nicht dass Du auch noch den Kaffee versaust. Denn mein neuer Low-Gravitiy Kocher aus dem Teleshop ist auch nicht ohne. Geh lieber runter zum Briefkasten und hol' die Post. Da kannste nichts kaputtmachen. Marco bleibt kopfschüttelnd in der Küche zurück und blättert routiniert im telefonbuchdicken Handbuch der Kaffeemaschine. Als er den frisch gebrühten Kaffee in die Tassen füllt, betritt Errol wieder den Raum. Ruhig schaut er durch Marcos Post. Errol (murmelnd): Ein Bringdienstzettel, Altkleidersammlung, eine Rechnung vom Teleshop, das Zierfischmagazin, ein Visumsbescheid für Österreich... braucht man dafür jetzt ein Visum? Dann ist hier eine Postkarte von einem gewissen Bronko Royal und hey... (er schaut genauer auf den Absender) ein Brief von... Gisi! Marco läßt wie vom Blitz getroffen die zwei mit Marmelade bestrichenen Brötchenhälften fallen. Während sie mit einem satten Klatschen mit der Marmeladenseite auf dem Boden aufschlagen, starrt Marco Errol ungläubig an. Errol (blickt fassungslos auf die Brötchenhälften): Na toll, mit der Marmeladenseite nach unten. Wie immer, wenn... Er kann seinen Satz nicht beenden, denn Marco stürmt mit wildem Gebrüll auf ihn zu, entreißt ihm den Brief, und rempelt Errol dabei rüde zur Seite. Marco (mit glänzenden Augen): Gisi! Sie hat geschrieben! Endlich! Seit vier Wochen warte ich auf ein Lebenszeichen von ihr. Ich dachte schon, dass sie sich ins Ausland abgesetzt hat wie damals Melanie... Errol (reibt sich die von dem Sturz schmerzende Schulter): Jetzt fang nicht wieder mit deinen komischen Melanie- Träumen an. Davon hab ich in den letzten Wochen schon genug gehört. Marco (riecht kurz an dem Brief und entfaltet ihn dann hektisch): Hm, mal sehen. »Lieber Marco« (Tränen der Rührung schießen ihm in die Augen) Ach, die gute Gisi. Sie liebt mich noch immer... Errol: Na, wart erstmal ab, wie`s weitergeht. Vielleicht will sie auch nur Schluss machen. Marco quittiert diese Bemerkung mit einem bösen Blick und liest dann weiter. Marco (mit tragender, fast theatralischer Stimme): »Lieber Marco. Ich sitze hier bei einem köstlichen Milchkaffee im Cafe Gelb und denke an dich. Ich dachte mir, ich schreibe dir einfach mal, um dir auf diesem Wege zu sagen, wie sehr ich dich liebe.« (brüllt unbeherrscht) BINGO! (will den Brief zur Seite legen) Errol: Jetzt lies doch erstmal weiter. Ich sag's dir. Das dicke Ende kommt noch. Ich kenn doch die Frauen... Erst lächeln sie dich an, um dir dann in den Rücken zu treten. Erst tun sie so, als seist du der einzige für sie und dann... liegt eines morgens deine Schildkröte vergiftet im Klo. Marco (winkt ab): Schon gut, ich lese ja weiter... »Blablabla... wieviel du mir bedeutest...blablabla... multipler Orgasmus... blablabla... eigentlich war ich heute morgen sauer auf dich, als du mir am Telefon gesagt hast, dass ich deinen Pullover von der Reinigung abholen soll. Aber jetzt freue ich mich nur noch darauf, dich nachher zu sehen...« Marco lässt den Brief sinken. Marco (verblüfft): Wie, nachher sehen? Errol: Komisch, das klingt ja, als hätte sie den Brief an dem Tag geschrieben, an dem ich mich mit ihr getroffen habe, um ihr den Abholschein für den Pullover zu geben. Aber das war vor vier Wochen... Wann ist denn der Brief geschrieben worden? Marco (blickt auf den Brief): Keine Ahnung, hier steht nichts. (Er schaut auf den Poststempel) Tatsächlich. Vor viereinhalb Wochen abgestempelt. Der Brief hat nur so lange gebraucht, weil sie meinen Namen falsch geschrieben hat. Und zwar Vor- und Nachnamen. Und meine Adresse hat sie auch vergessen, draufzuschreiben. Der ist wahrscheinlich nur angekommen, weil der Postbote ein alter Billiard-Kumpel von mir ist. Errol: Dann hat sie den Brief also an dem Tag geschrieben, an dem sie sich abgesetzt hat. Marco (knüllt den Brief grimmig in seiner Hand zusammen): Oder an dem Tag an dem sie verschwunden ist. Genau. Und der Pullover war mal wieder beteiligt. Ich habe ein ungutes Gefühl... Errol: Sieht wirklich so aus, als wenn dir der Pullover kein Glück bringen würde. Erst die Sache mit Maria, dann dein Sturz beim Hürdenlaufen, als du mit dem Pulli hängengeblieben bist und jetzt Gisi! Mit stampfenden Schritten stürmt Marco wortlos zum Kleiderschrank, reißt den Pullover heraus und wirft ihn mit voller Kraft auf den Boden, nur um danach auf das Kleidungsstück einzuprügeln. Errol: Marco? Marco! Komm' mal wieder runter, das ist doch nur ein Pullover! Kurz darauf muss Errol fassungslos zusehen, wie Marco wutschnaubend einen Ringkampf mit dem Pullover eingeht. Er stürmt vor, um die beiden Streithähne auseinanderzubringen. Errol (zurückzuckend): Aua, einer von euch beiden hat mich gebissen! Marco (steht vom Boden auf): So, Pullover, hier trennen sich unsere Wege. In hohem Bogen schleudert Marco das Strickwerk vom Balkon. _weiter_ |